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Sechs CDs
 
Leichte Sinfonik
mit dem Rundfunkorchester Hannover
unter Leitung von
Richard Müller-Lampertz
 
Herrn Professor Uwe Röhl gewidmet
 
von
 
Hans Buchholz
 
 
"Es gibt keine leichte und schwere Musik, sondern nur gute und schlechte Musik",  war zeitlebens das Motto des langjährigen Leiters der Hauptabteilung Musik des NDR, Professor Uwe Röhl. Aber sein Herz gehörte der klassischen Unterhaltungs- und konzertanten Tanzmusik, und entsprechend waren die genialen Georg Haentzschel, Theo Mackeben und Franz Grothe seine Favoriten unter Deutschlands Komponisten. Das tat seiner langjährigen Liebe als Organist zu Johann- Sebastian Bach und anderen großen Musikern der Vergangenheit keinen Abbruch- getreu Röhls obigem Leitspruch.
 
So war es nur natürlich, dass Uwe Röhl am Ende seiner Kariere, die ihn in Lübeck gegen mannigfaltige Widerstände eine Musikhochschule gründen und leiten ließ, die ihn als Organisten immer wieder in den Lübecker Dom führte und dessen Arbeit u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz und weiteren Ehrungen ausgezeichnet wurde, sich jahrelang mit der Absicht trug, die  von ihm besonders geförderte Musik des Rundfunkorchesters Hannover unter Richard Müller-Lampertz einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
 
Es sollte nicht mehr dazu kommen, so dass in Zusammenarbeit mit der in der Lüneburger Heide lebenden Witwe des Dirigenten Müller-Lampertz, Johanna Rosemarie Müller-Lampertz, geb. Freiesleben, dann schließlich das Projekt verwirklicht wurde, wobei Professor Röhl dem Produzenten viele Titel nannte, die ihm aus musikalischer Sicht besonders gefielen. Hieraus wurde eine CD, die nur von Röhl gewünschte Titel beinhaltet, wobei nachgesehen werden möge, dass wir einen Titel hinzugefügt haben, den Röhl uns nicht genannt hat und der seine Eigenkomposition ist, die er einer Nichte zum Geburtstag gewidmet hat und die ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, aber der Freund und Dirigent Richard Müller-Lampertz sah bei einem Besuch zufällig die Noten und entschloss sich spontan zu einem Arrangement für sein Orchester. Und was den Mackeben-Titel "Bal Paré" anbelangt, so beharrte Röhl auf der Aufnahme mit Peter Falk als Dirigenten.
 
Wir haben den von Herrn Professor Röhl ebenfalls gewünschten "Walzer der Freude" von Theo Mackeben  auf der CD "Walzerklänge" als Einleitung gewählt und uns im Laufe der Arbeit entschieden, auch weitere, bislang unveröffentlichte Titel aus der großen Zeit des Rundfunkorchesters unter Müller-Lampertz zu veröffentlichen, so dass es schließlich zu dieser umfangreichen und einmaligen Kollektion gekommen ist, denn der Arrangeur und Dirigent Richard Müller-Lampertz, der auch einige Eigenkompositionen, darunter eine Oper, geschrieben hat, verdient es, in der großen Bandbreite seiner Schaffenskraft gewürdigt zu werden.
 
Die CD enthält bis auf zwei Titel ausschließlich Instrumental-Aufnahmen; die zwei Gesangsaufnahmen wurden ausgesucht, weil das Lieblingskind des Ehepaares Müller-Lampertz "Somewhere over the rainbow" nur als Einspielung seines Orchesters mit Gesang existiert. Und das Lied "Bei dir war es immer so schön", welches die häufig mit dem Orchester aufgetretene Julia Migenes vorträgt, hat neben der vollendeten Melodie von Theo Mackeben einen der kongenialsten Texte der deutschen Schlagermusik, bevor der zweite Vers vor dem Refrain unseres Wissens bislang auf keinem Tonträger veröffentlicht wurde, obwohl er bei der Uraufführung 1939 in Berlin im Singspiel "Anita und der Teufel" von der Erstinterpretin Rosita Serrano vorgetragen wurde.
 
Die verschiedenen CDs sind nach ihrer jeweiligen Musikrichtung wie "Filmmusik", "Operettenmusik", "Walzerklänge" und schließlich Musikstücken, die nicht in jedem Fall in diese Kategorien fallen, aufgeteilt. Gern hätten wir die beiden Operetten- CDs in eine Ouverturen- CD und eine CD mit Operetten-Querschnittsmusik gegliedert, was aber auf Grund der sehr unterschiedlichen Spieldauer der einzelnen Takes nicht zu verwirklichen war; doch das wird den Hörgenuss und die Rückbesinnung auf schöne Melodien und Arrangements nicht trüben.
 
Richard Müller-Lampertz wurde am 29. März 1910 in Berlin geboren und war Mitte der 30er Jahre als Pianist bei diversen Orchestern und Rundfunkstationen tätig. Sein Lebensweg führte ihn auf zahlreiche Tourneen durch ganz Europa, etliche Schallplatten wurden eingespielt, und seine Oper "Chenaux", aus der wir die schönsten Musikthemen zum Schluss dieser Kollektion veröffentlichen, wurde in Utrecht szenisch uraufgeführt. Den Höhepunkt seiner Karriere stellt zweifellos das über ein Jahrzehnt währende Engagement als Leiter des Rundfunkorchesters Hannover dar, das er mit seinem konsequenten, souveränen und nuancenreichen Stil zu einem in der Musikwelt hoch geachteten Klangkörper führt.
 
Müller- Lampertz passt in keine Schublade hinein, denn der vermeintlich auf die Kategorie gehobene Unterhaltungsmusik festgelegte Musiker ist ob seiner Genialität und Vielseitigkeit nicht klassifizierbar. Sein Motto war "Musik muss klingen", und es war völlig egal, ob es sich um Musik von Carl Maria von Weber, Johann Strauß oder Franz Grothe handelte. Schon Anfang der 40er Jahre, als kaum 30-jähriger, leitet er ein philharmonisches Staatsorchester in Bremen.
 
Professor Röhl meinte, dass Richard Müller-Lampertz "niemals den Eindruck des um Engagement buhlenden Künstlers machte, sondern alles, was er tat, schien ihm leicht zu fallen. Seine Begabung lag in der offensichtlich unproblematischen Schwerelosigkeit, mit der er die musikalischen Aufgaben zu lösen verstand. Sein Wirken ist ein Beispiel für eine große künstlerische Inspiration für Dinge, die nicht erkennbar sind, ohne die aber in der Musik nichts geht. Beispielsweise erlebte ich bei einem Gespräch mit Müller- Lampertz und dem Komponisten und Pianisten Franz Grothe bei den Proben zur Einspielung von Grothes Walzer "Illusion", wie eine Aufnahme entstand, wie sie besser  und vollendeter nicht sein konnte. Müller- Lampertz machte unendlich vielen Menschen mit schöner Musik viel Freude, weil er stets ein Gefühl für Qualität bewahrt hat".
 
Bevor Richard Müller- Lampertz in den 60er Jahren seine künstlerische Heimat im Rundfunkorchester Hannover fand, hat er in redaktioneller Tätigkeit beim NDR in Hamburg maßgeblich an den hervorragenden
 
Harry-Hermann-Produktionen
 
mitgewirkt und wesentlichen Anteil daran, dass die Aufnahmen mit dem Orchester Harry Hermann heute noch einen Meilenstein in der Geschichte großer Rundfunkaufnahmen darstellen.
 
Müller-Lampertz brachte das Kunststück fertig, eine Synthese der ernsten und der Unterhaltungsmusik herzustellen - getreu dem unerreichten Vorbild Mozart, der sich wie ein Kind freuen konnte, wenn seine Melodien von der Blaskapelle im Dorfgasthof gespielt wurden. Oder, um noch einmal Röhl zu zitieren: "Man traf einen Musiker, für den musikalische Tempi, Ausdrucksverleih oder Steigerungen nicht nur technisch zu disponierende Vorgänge waren, sondern eine eigene Gefühlsübereinstimmung mit dem, was die Musik ausdrücken will".
 
Die auf der ersten CD erklingenden Tonfilmerinnerungen sind von gleich hoher musikalischer Qualität wie die auf der letzten CD zu hörenden englischen Melodien "Green Sleeves" und "Cornish Rhapsodie" oder beispielsweise seine Chenaux-Suite.
 
Der Hörgenuss ist vollendet es entsteht ein neues Klangbild, denn alle Titel wurden für die sechs CDs digital neu bearbeitet, der Klang so restauriert, dass man als Hörer vermeint, im Konzertsaal der Musik zu lauschen.
 
Müller- Lampertz hob das ursprünglich aus 45 Musikern bestehende Hannoversche Rundfunkorchester auf Sinfonieorchesterstärke am und prägte mit seinem eleganten Dirigierstil ein knappes Dutzend Jahre diesen großartigen Klangkörper. Heute firmiert das Nachfolge-Orchester  unter dem Namen Radio-Philharmonie  Hannover.
 
Richard Müller - Lampertz, der für seine Verdienste um die Musik das Bundesverdienstkreuz und den Verdienstorden des Landes Niedersachsen Erstere Klasse verliehen bekam, starb früh am 23. September 1982 nach einem ausgefüllten Musikerleben und glücklicher, fast ein Vierteljahrhundert währender zweiter Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen: Caroline und Stefanie.
 
Müller- Lampertz, der auch als "Karajan der Unterhaltungsmusik" bezeichnet wurde, war ein idealer Vermittler der leichten Klassik. Seine temperamentvollen und mitreißenden Interpretationen und sein untrügliches Gespür für klangliche Effekte und Nuancen wie auch seine elegante und ausdrucksvolle Körpersprache führten sein Rundfunkorchester Hannover dazu, dass "die Musiker gar nicht anders spielen konnten als er es wollte". Seine Einspielungen verdienen einen Ehrenplatz in der deutschen Musikgeschichte. Unsere Edition soll dazu einen Beitrag leisten.
 
 
 
Die CD- Kollektion:
 
Filmmusik - Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen - Ich steh im Regen - Bei dir war es immer so schön - Erinnerung an Friedrich Schröder - Erinnerung an Harold M. Kirchstein - Erinnerung an Peter Kreuder - Erinnerung an Franz Grothe - Erinnerung an Werner Eisbrenner - Erinnerung an Werner Bochmann - Wiegenlied von Georg Haentzschel  (CD 1)
 
Opernball - Der Bettelstudent - Victoria und ihr Husar - Die ungarische Hochzeit - Fledermaus - Paganini - Die lustige Witwe - Der Vetter aus Dingsda  (CD 2)
 
Walzer der Freude - Blumen für den Walzerkönig - Wiener Flieder - Der gläserne Walzer - Kaiser Walzer - Gold und Silber - Walzer von Will Meisel - Eva Walzer - Barcarole aus H. Erzählungen- Rosen aus dem Süden - Walzer Vision - Walzermelodien aus "Marietta"  (CD3)
 
Bal Paré - Madame Bovary Melodie - Südlich der Alpen - Feuerzangenbowle (Ouverture) - Münchhausen Suite - Amphitryon - Walzer - Die Dubarry - Nocturne - Geburtstagsgrüße (CD 4)
 
Der Vogelhändler- Clivia - Boccaccio - Die Landstreicher -  Zarewitsch Ballett - Der Zigeunerbaron - Kaiserin Katharina - Die Versuchung der Antonia - Eine Frau, die weiß, was sie will  (CD 5)
 
Tenderly - Cornish Rhapsody - Somerwhere over the rainbow - Green Sleeves - Musik aus "Rosemarie" - April in Paris - Einsamer Sonntag - Maske in  Blau - Die ideale Geliebte - Romanze - Chenaux Suite, Satz 1 und 2 - Die Buchholzer  (CD 6)
 
 
Weitere Informationen auf Anfrage