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Erlebnisse eines Hundesitters
 
Rocco
 
Eine wunderbare Freundschaft * (2007 - 2012)
 
Aufgeschrieben von Klaus Hoffmann
 
Als Junge in Solingen im Bergischen Land wuchs ich mit Schäferhunden auf. Als Erwachsener wollte ich weiterhin einen Hund haben, war aber zu beschäftigt, zu bedacht auf meine Freizeit und lebte und lebe noch immer nicht in entsprechenden Wohnverhältnissen. So nahm ich 2007 ein Angebot, mich stundenweise in jeder Woche um einen  fremden Hund zu kümmern, gerne an.
 
"Rocco" ist ein Entlebucher Sennenhund
 
Zum Wesen
 
Der Entlebucher ist ein lebhafter, temperamentvoller Hund, den Selbstsicherheit und Furchtlosigkeit auszeichnen.
Er schließt sich sehr eng an seine Bezugspersonen an, wogegen er Fremden gegenüber zunächst leicht misstrauisch reagiert.
Der Entlebucher ist da zu Hause, wo seine "Leute" sind. Er ist stets für "action" zu haben und für jede Art von Beschäftigung leicht zu motivieren.
Er bringt "Leben in die Bude", zuweilen allerdings sehr lautstark (bellfreudig).
Spiel- und Lernfreudigkeit sowie seine Gutmütigkeit machen ihn zum leichtführigen Hund, der allerdings aufgrund seines sehr lebhaften Temperamentes eine konsequente, aber liebevolle Erziehung braucht.
Der Entlebucher ist absolut kein Zwingerhund. Er braucht die Nähe seiner Menschen, ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Nur dann kann er sich zum liebenswerten Begleiter entwickeln.
 
 
 
 
Rocco
Aufnahme: August 2009
 
 
Mein Verhalten gegenüber Hunden, denen ich zufällig unterwegs begegne, wurde schon früher durchweg "hundeherzlich" erwidert. Ich führe dies darauf zurück, dass ich im Elternhause mit Schäferhunden aufgewachsen bin. Solche "Hundejahre" legt man wohl niemals ganz ab. Sie scheinen gerade mit zunehmendem eigenen Alterungsprozess in den Lebenserinnerungen aufzutauchen wie eine "Cover- Version" einst hautnah erlebter Herr/Hund- Geschichten.
 
Wie es anfing...
 
In diesem Sinne konnte ich in meinem Leben im März 2007 ein neues "Album" herausbringen, dessen "Star" sich "Rocco" nennt. Es handelt sich um den "Entlebucher Sennenhund" unseres damaligen Nachbarn. Ich durfte Rocco im April 2007 einige Tage rund um die Uhr in Pflege nehmen. In jener Zeit wurden wir unzertrennliche Freunde.
 
Der Hund zeigt dies mit einer äußerst stürmischen Begrüßung, wenn wir uns zufällig begegnen oder wenn ich ihn zum Spaziergang abhole. Dabei geht es nie ohne all jene "Gesänge" ab, die ein Sennenhund (besser: "Gesängehund") aus den Gängen seines Schlundes, durch seine Schnauze hindurch und zwischen seiner sich windenden Zunge hervorzaubern kann, und die erst gegen Schluss in ein kräftiges andauerndes Gebell überleiten.
 
Im warmen und trockenen April 2007 war ich an jedem Nachmittag mit Rocco unterwegs. Als nach der wochenlangen Trockenperiode der erste ergiebige Regen gefallen war, lernte ich Rocco zum ersten Mal als
"Wasserbüffel" kennen.
 
Dort, wo vier Wochen lang nur staubige Wege und ausgetrocknete Felder zu sehen gewesen waren, befand sich unvermittelt jede Menge kleiner und großer Wasserpfützen. Von jener überraschenden "Seenplatte" ließ der Hund einfach nichts aus. Er durchwatete  alle Wasserstellen langsam und genüsslich mit schwerfälligen Schritten. Dabei senkte er den Kopf, so dass seine Schnauze die Wasseroberfläche schleifend berührte und biss dann mit schmatzendem Geräusch ins Wasser hinein, dass es nur so triefte.
 
Nach wochenlanger Trockenheit - ich hatte zum "Überleben" bei allen Spaziergängen für den Hund immer Wasser dabei - nun dieser Überfluss von Nass! Und wie lustig es aussah, wenn Rocco mit seinen stämmigen Läufen im Wasser stand und dann, bei jedem Schritt, den dünnhäutigen Lehm auf dem Boden einer Pfütze zu dick quellenden Wolken verwandelte! So erhielt mein Hundealbum aus der Kindheit nach vielen Jahren frische Seiten, sogar mit "Wasserzeichen".
 
In den Herbstferien 2007 durfte ich Rocco zusammen mit meiner tierliebenden Frau wieder für zwölf Tage versorgen. Danach bestätigte es sich nochmals: Unsere Begegnung im April war der "Beginn einer wunderbaren Freundschaft" auf einer gemeinsamen Reise auf zwei Füßen und vier Pfoten von Kempen bis "Teheran".
 
Auch im Jahre 2008 holte ich Rocco zu langen Spaziergängen ab, die er wie immer sehr genoss. Autofahrten zu neuen Revieren in der Umgebung kamen hinzu. Roccos neueste Leidenschaft wurde das Buddeln nach Wühlmäusen. Dazu ließ ich ihm bis zu 30 Minuten Arbeitszeit.
 
Angst um sein Leben hatte ich einmal, als er auf einer Weide von einem Pferd verfolgt und angegriffen wurde. Zum Glück war ihm nichts zugestoßen. Einen leichten Schock konnte man ihm aber doch anmerken, nachdem er - nicht mehr der Jüngste - um sein Leben gelaufen war. Nach dem Ereignis habe ich mich dann als "Hundeseelsorger" betätigt. Gegenüber Pferden war er seitdem sehr wachsam und vorsichtig  und entfernte sich von mir auch nicht mehr so weit wie früher. Jedoch besaß  er bis zuletzt eine panische Angst vor Kuhherden, vor allem, wenn die Tiere in großer Zahl auf der Weide lagen. Ich werde wohl niemals heraus bekommen, warum Rocco dann in Panik geriet. Sein Augenlicht ließ wohl spürbar nach und er konnte manche Gestalten wohl nicht mehr richtig einordnen.
 
Bedingt durch Urlaub hatte ich  für drei Wochen Hundesitter-Pause. Im Mai 2008 machte ich erneut die erste zweistündige Rocco-Tour. Die Freude war natürlich groß - auf beiden Seiten!
 
Rocco  erfreute sich auch mit 13 Jahren weiterhin guter Gesundheit, wenn auch  seine Arthrose-Schmerzen in den Gelenken der Vorderläufe ihn bisweilen etwas am Laufen hinderten. Dagegen bekam er Medikamente, die sehr gut wirkten.
 
Wegen eines Umzuges seiner Familie mussten wir viele Wochen aufeinander verzichten, da Rocco in jener Zeit für mich nicht immer erreichbar war. Während er früher mir direkt gegenüber wohnte, lebte er nun etwa einen Kilometer von mir entfernt in einem neuen Zuhause. Dort konnte ich ihn  weiterhin zu Spaziergängen abholen. Ich wünschte mir, dass unsere Freundschaft noch möglichst lange weiter bestehen bliebe. Wir waren ja beide nicht mehr die jüngsten.
 
Rocco war bei  kaltem Wetter fast noch so fit wie in seiner Jugendzeit. Besonders gerne lief er durch Schnee. Dann waren bei ihm wirklich alle Lebensgeister wach. Für eine Hundenase eröffneten sich dabei neue Welten, wobei der Schnee von gestern besonders interessant wurde, da sich die Spurendichte ständig vergrößerte, ohne durch längst bekannte archaisch festgefahrene "Navigationssysteme" gestört zu werden. Jedes sich schüchtern anbahnende Durstgefühl konnte Rocco bei seiner Nasenarbeit gleich durch mehrere herzhafte Bisse in den Schnee in seine Schranken verweisen.
 
So erwies sich jeder Spaziergang von Hund und Herr, unter welchen Bedingungen auch immer, als eine fortgesetzte Symbiose zwischen Tier und Mensch, wobei ich mich stets zusammenlebend fühlte mit einem Freund verschiedener Art, jedoch zu gegenseitigem Nutzen.
 
Ich schrieb damals: "Und dies ist bis heute, dem 22. Februar 2011, so geblieben. Das Winterwetter ist Rocco bestens bekommen. Ausgedehnte Spaziergänge durch die Schneelandschaft - und dies gleich fast täglich über mehrere Wochen - kamen dem Schweizer Sennenhund rassenmäßig sehr entgegen. Im "Abgang" stets ein wettermäßiger Hauch aus den "Berner Alpen" am Niederrhein". Und weiter:
 
"Dass der Hund mit seinen nun bereits 13 Jahren für seine Rasse und Größe noch ausgesprochen fit ist (vor allem bei einstelligen Temperaturen), hat er seiner guten körperlichen Verfassung und seiner noch immer voll funktionsfähigen Nase zu verdanken. In den letzten Monaten haben jedoch Roccos Gehör und Sehkraft deutlich nachgelassen. Da er meine Stimme kaum noch wahrnimmt, lasse ich ihn nur noch an einer  langen Flexi-Leine laufen. Die verschafft ihm ausreichende Bewegungsfreiheit auf dafür geeigneten Wegen.  ..."
 
Aus dem Rocco- Notizbuch
   (1. September 2009)
 
Ich hatte gestern nach zwei Wochen Pause ein Wiedersehen mit Rocco. Der Hund war eine totale "Emotionsbombe" - so stark habe ich dies noch nie empfunden. Erst heulte er wolfsähnlich, jedoch melodiöser, dann schrie er mit seinem Bellen den Opa und die komplette Nachbarschaft aus ihren Wohnungen und Terrassenliegestühlen. Das ganze erinnerte mich irgendwie immer an "Ich bremse auch für Tiere". Er konnte sich kaum beruhigen, als sei er 14 Tage auf Entzug gewesen. Jener bezog sich wohl hauptsächlich auf meine Leckerli-Tasche mit ihrem reichhaltigen Fressnapf-Sortiment.
 
Bei knalliger Sonne und 25 Grad gab er sich ausgesprochen fit und machte mit mir ohne größere Ermüdungserscheinungen eine Querfeldeintour über drei Kilometer. Bisweilen kam ich mir wie sein Bewährungshelfer vor, der ihn nach längerer Zeit mal wieder der Freiheit überlassen durfte. Zur Abkühlung betrat er dann die einzige Schlammpfütze weit und breit und legte sich behutsam in den Lehm. Dabei konnte er noch etwas Wasser erhaschen. Hinterher hatte ich etwas Mühe, ihn zu säubern, bevor er in den Wagen durfte. Zum Glück hatte ich sein "Handtuch" dabei und offensichtlich genoss er meine Säuberungsaktionen an allen vier Pfoten, Läufen und am lehmbestrichenen
Bauch. Insgesamt trank er gut einen Liter Wasser aus meiner  PET- Flasche.
 
Roccos zweiwöchiger Entzug meiner Leckerli-Tasche mit den eingelegten "Jackpots" (hohe Abschlussbelohnung) wirkte sich noch lange während unserer Tour aus. So kam der Euphoriker mir auffallend oft entgegen und setze sich demonstrativ vor mich hin, sperrte meinen Weg, so dass ich kaum weitergehen konnte. Ich musste ihn ja auch ständig erneut dafür loben, dass er bei diesem Wetter noch so viel Kondition zeigte. Man konnte den Eindruck gewinnen, der Hund sei mit Eigenblut gedopt worden. Oder: Was ist im Fressnapf-Futter wirklich drin?
 
Das hat natürlich mal wieder richtig Spaß gemacht. Und als ich ihn bei Opa nach zwei Stunden wieder ablieferte, bemerkte dieser: "Ja, der ist wirklich sehr fit. Aber er hat sich bei uns ja auch viele Tage ausruhen können". Manchmal habe ich das Gefühl, Rocco ist vielleicht gar kein echter Hund, sondern ein verwunschener Prinz oder etwas Ähnliches. Dieses Geheimnis nehmen wir beide wohl mit ins nächste Leben.
 
 
* "Freundschaft" ist eigentlich nicht richtig. Besser wäre: "Eine wunderbare Symbiose". Glauben Sie, wenn Sie Ihrem Hund ein Leckerli hinhalten, er sei Ihr Freund? Kommt ein Fremder mit einem Stück Wurst, dann holt er es sich bei dem. Dem Hund ist es doch egal, wer seinen Futterinstinkt bedient. Und da sind wir bei dem entscheidenden Punkt:
 
Wir dürfen einen Hund nicht vermenschlichen
 
Wenn wir ihn in seinem Verhalten für uns nutzbar machen und ihm helfen wollen, artgemäß zu leben, müssen wir so auf ihn eingehen, dass er sich nach seinen Instinkten ausrichten und seine spezifischen Sinne bedienen kann. Wir nutzen somit nur das, was im Tier bereits angelegt ist und was es gerne ohne äußeren Zwang zu leisten bereit ist. Um den Hund so zu motivieren**, muss man einiges über sein Instinktverhalten wissen. Erst dann kann man sinnvoll mit ihm umgehen.
 
"Eine wunderbare Freundschaft?" Worin besteht denn diese zwischen Mensch und Hund? In einer artgerechten Gemeinschaft zwischen beiden. Wenn das gut klappt, ist dies wunderbar. Diese Symbiose wird noch immer zu wenig angestrebt und deshalb gibt es so viele Problemhunde. Das Problem ist der Mensch, weil nur er ja  Probleme haben kann. Ein Hund verhält sich nur.
 
Kompetent in Positiver Hundeerziehung
** ...Der Hund sollte sich selber motivieren und die Orientierung aus eigenem Antrieb heraus am Menschen suchen. Er ordnet sich freiwillig und gerne unter, sobald sein Führungsanspruch erfüllt wird, sprich NICHT LOCKEN sondern lediglich den Weg vorgeben, der sich aus Hundesicht lohnt/lohnenswerter ist... Der Hund agiert, der Mensch reagiert - nicht umgekehrt... bestmöglich!... (Cathrin Laurenz, Hundetherapeutin)
 
 
"Jeder Hund, der einem begegnet, zeigt deutlich durch seine Körpersprache, was man von seiner Situation zu halten hat. (...) Sehr wenigen Hunden geht es tatsächlich gut bei uns, sie machen nur, wirklich gut, das Beste daraus".  Das sind Worte meiner verehrten Hundepsychologin Cathrin Laurenz. (siehe obigen Link)
 
 
Hund und "Herr"
auf Roccos Wegen
 
Sozialpartner, um deren Gunst man nicht buhlen muss, weil es gar nicht funktioniert
 
Hunde schließen sich niemandem an, der zu viel um ihre Gunst "buhlt", sie also motiviert und zu locken versucht. Das entspricht nicht dem Profil eines Rudelführers. Viel eher ordnen sie sich freiwillig unter, wenn man sich zurück nimmt und ggf. in angemessener Weise reagiert...
 
 
Die Zeit schreitet voran und wir werden immer älter
Auch Hundejahre dauern nicht ewig
 
Aus meinem Rocco - Notizbuch
 
16. Januar 2012
 
Der Monat August im Jahre 2011 geht zu Ende. Rocco wurde inzwischen 14 Jahre alt. Ein stattliches Alter für seine Rasse (Entlebucher Sennenhund). Er kann inzwischen kaum noch etwas hören und auch seine Augen haben stark nachgelassen. Zu größeren Spaziergängen, vor allem bei warmem Wetter, ist er nun nicht mehr fähig. Nur seine Nase funktioniert noch wie in ihren besten Zeiten. Sie lässt ihn alle Wege erkennen und leitet ihn sicher zu seinen Zielen.
 
Vorbei geht die Zeit der großen mehrstündigen Touren, der Autofahrten zu entfernteren Zielen der Erkundungen. Dennoch ist Roccos Freude ungebrochen, wenn ich ihn abhole. Nach spätestens einer Stunde ist seine Begeisterung vom Anfang gebrochen und macht sichtbaren Erschöpfungssymptomen Platz. Er wählt seine Route in Art und Länge stets selbst aus. Er kennt jeden Meter der Strecke und weiß um die Belastungen, die beim Weitergehen auf ihn zukommen werden. Deshalb wählt er den kürzeren weniger beschwerlichen Weg. Seine Nase "weiß" einfach alles. Er hat ein Gespür dafür, wann er umkehren sollte, um rechtzeitig wieder nach Hause zu gelangen, wo er sich dann  für eine längere Zeit erneut zum Schlafen hinlegt, nachdem  er noch sein übergroßes Abschlussleckerchen als Belohnung erhalten hat. "Fein! Fein gemacht!"
 
Tapfer, tapfer!
 
Rocco hat trotz seines Alters (bald 15) die ersten Wärmewellen dieses Frühsommers überstanden. Noch gestern habe ich mit ihm eine Runde von etwa einer Stunde Dauer gedreht. Die zweite Hälfte der Tour wurde für ihn dann doch sehr anstrengend und ohne kleine Belohnungen zwischendurch wäre er wohl nicht so motiviert gewesen durchzuhalten. Seine Gelenke machen ihm zusehends zu schaffen. Er wird immer langsamer. Für einen Entlebucher Sennenhund hat er inzwischen ein beachtliches Alter erreicht. Unser schönes Hundekapitel über mehr als fünf Jahre geht allmählich dem Ende zu.
 
6. Juni 2012
 
Tapfer, tapfer!
Spaziergang über eine Stunde
Strecke ca. 2 Kilometer
...wenn ich an frühere Zeiten denke!
 
25. Juni 2012
 
Stolze 15 Jahre
 
hat Rocco nun schon hinter sich. Gerade eben bin ich mit ihm noch 90 Minuten spazieren gegangen, wenn auch nur mit ca. 1 km/h. Er ist sehr langsam geworden, und wenn er mich begrüßt, hat er bereits einen großen Teil seiner ihm noch zur Verfügung stehenden Kraft emphatisch derart eingesetzt, dass dies auf Kosten seiner  physischen Kräfte geht. Aber ich bin froh, dass er noch lebt und dass ich ihn noch immer habe, trotz aller altersbedingten Einschränkungen.
 
Wenn ich an unsere gemeinsamen Riesentouren der vergangenen Jahre denke, die uns an die Viertausender Kilometergrenze brachten, kommen mir die Tränen.  Es war nämlich eine sehr schöne Zeit mit vielen Erinnerungen an unsere Hund-Mensch-Gemeinschaft.
 
Rocco ist sehr tapfer und läuft und läuft, macht nie schlapp. Er genießt unsere Spaziergänge wie eh und je. Dabei ist seine Nase als immer noch verlässlicher Wegweiser in vollem Einsatz, wohingegen Augen und Ohren kaum noch funktionieren. Nun verwöhne ich ihn natürlich mit "Gnaden-Leckerchen", die für ihn in seinem altersbedingten Zustand inzwischen nur noch die Motivation bewirken, von Sitzbank zu Sitzbank durchzuhalten.
 
29. Juni 2012
 
Heute, am 10. Juli 2012, hat Rocco mich völlig überraschend zu dem Haus geführt, wo er in den vergangenen Jahren durch die Eltern seines Frauchens manchmal untergebracht und versorgt wurde. Fast blind und taub fand er diesen Weg sicher mit seiner Nase. Dann stand er vor der Haustür, schnupperte und wedelte mit dem Schwanz. Aber dort wohnen inzwischen andere Leute. Aber ein Hund vergisst wohl nie. (...)
 
Roccos Ende
 
Und damit endet mein "Rocco- Kapitel". Auf Grund des altersbedingten, sich weiter verschlechternden Gesundheitszustandes von Rocco, dem Entlebucher Sennen- und Familienhund, unternahm ich danach nur noch wenige Spaziergänge mit ihm, so weit - oder so wenig weit - es gerade noch möglich war. Gegen Ende des Jahres wurde der Hund dann aus seinem sich weiter zum Schlechten entwickelnden Gesundheitszustand erlöst. Er wurde 16 Jahre alt, ein stolzes Alter für diese Rasse.
 
Wie alles hat auch die menschliche Gemeinschaft mit einem Tier seine Zeit. Und für jene Zeit mit Rocco bin ich unendlich dankbar. Doch seinen Spuren, die er hinterlassen hat,  werde ich  stets begegnen, wenn ich nun ohne ihn unterwegs bin.
 
 
Beste Grüße aus Kempen mit einer Umgebung,
die keiner besser kannte als:
Ein Hund mit Namen
Rocco!
 
 
Aktualisierung: 30.09.2016