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"In Ostfreesland is't am besten,
Over Freesland geit d'r nix.
War sinnt woll de Wichter mojer,
War de Jungens woll so fix?
 
In Ostfreesland mag ick wesen,
Anners nargens lever wesen,
Over Freesland geit mi nix."
 
Enno Hektor
(1820-1874)
 
 
Ostfriesland - Land zwischen Himmel und Meer
 
 
 
 
 
 
Deichkronenlaufen
Seeluft streichelt die Sinne
Hiersein ist mein Ziel
 
Klaus Hoffmann
 
Auf einer Halbinsel, zwischen den Flüssen Ems und Jade, da liegt es: Ostfriesland. Im Norden eingerahmt von der südlichen Nordsee, im Westen vom Dollart und im Osten vom Jadebusen. Unter dem hohen Himmel Inseln mit Dünen und Strand, das Wattenmeer mit Prielen und Sandbänken, die Marsch mit saftigen Weiden und Ackerland, das Moor mit seinen Moorpolstern, die Geest mit ihren Wallhecken. Sie prägen ein weites Land im Schutze der Deiche.
 
Zur Völkerwanderungszeit kamen die Friesen und blieben. Wenn sie später auch unter fremde wechselnde Herrschaft gerieten, so bewahrten sie doch ihre Eigenständigkeit, jene sprichwörtliche "friesische Freiheit", die bis heute gilt, getreu dem alten plattdeutschen Wort: "Leever Dood als Sklav!" Nie kannten sie die Leibeigenschaft.
 
Zu den Urberufen dieses Landstriches kamen bald andere, also zu den Fischern, Bauern und Händlern gesellten sich Berufe der "weißen Industrie" (Fremdenverkehr). Heute werden hier sogar Schiffe gebaut und Autos montiert.
 
Schon zu den Weltwundern dieser Erde sollte auch der Bau der Deiche gegen die Urgewalt des Meeres und die Urbarmachung mächtiger Moore gezählt werden. Nun noch ein paar Schlaglichter aus diesem Landstrich:
       
Auf der Meyer-Werft in Papenburg entstehen in einer riesigen Halle die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt.
       
 
Der Gallimarkt (Kramer- und Viehmarkt) ist das Oktoberfest der Ostfriesen. Er findet fünf Tage lang in Leer statt.
 
Das Große Meer ist mit seiner ca. 450 Hektar großen Wasserfläche Ostfrieslands größter Binnensee. Die Nordhälfte gehört dem Wassersport.
       
Eine der ältesten bespielbaren Orgeln Deutschlands steht in der reformierten Kirche des Warfendorfes Rysum in der Krummhörn. Sie stammt aus dem Jahre 1457.
       
Mit die besten Helfer beim Küstenschutz sind die Schafe, denn mit ihren schmalen Hufen treten die Tiere beim Weiden die Grasnarbe fest. Somit kann bei Sturmfluten kein Wasser mehr in den Deichkörper eindringen.
       
Greetsiel, der malerische Hafenort mit einem neuen vorgelagerten Hafenbecken direkt am Wattenmeer war früher Stammsitz der Häuptlinge aus dem Geschlecht der Cirksena. Ein Siel ist ein Durchlass im Deich, eine Schleuse, die sich bei Ebbe durch den Innendruck automatisch öffnet, um das aufgestaute Süßwasser aus dem Binnenland nach draußen zu lassen und die sich bei auflaufender Flut durch den Außendruck des Salzwassers auf die Tore wieder schließt. Interessante Motive gibt es nicht nur im Ort selbst und im Krabbenkutterhafen, dazu gehören auch die Zwillingsmühlen am Sieltief.
       
Störtebeker, der sagenhafte Seeräuber, soll mit seinen wilden Gesellen im Turm von Sankt Marien in Marienhafe von einem ostfriesischen Häuptling gegen einen Anteil der Beute Unterschlupf erhalten haben.
       
Vom hohen Turm der Osteeler Kirche aus entdeckten die Astronomen David und Johann Fabricius im Jahre 1611 die Sonnenflecken. Auf dem Friedhof wurde beiden ein Denkmal gesetzt.
 
Mit seiner rund 90 Hektar großen Wasserfläche ist das "Ewige Meer" Deutschlands größter Hochmoorsee. Dort entsteht auch heute noch neues Moor. Am Rande des Wasserspeichers
wachsen Bent- und Wollgras, Besen- und Glockenheide und Birken.
       
"Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit", natürlich mit "Kluntje" (Kandis) und "Rohmwulkje" (Sahne) obendrauf. Drei Tassen sind "Ostfriesenrecht".
       
Die Küstenfunkstelle "Norddeich Radio" war viele Jahre die Brücke zwischen See und Land. Sie wurde vor einigen  Jahren(1998) abgebaut. Die nun nur noch nostalgische Technik kann man in einem Museum in Norden bewundern.
       
Im englischen Stil angelegt ist der Lütetsburger Park. Er gehört zu den schönsten Anlagen Nordwestdeutschlands und entstand um 1800. Baumgruppen, stille Winkel und Inseln zeichnen ihn aus. Seltene Bäume kann man bei Spaziergängen entdecken. Im Frühjahr entfaltet der Park zur Rhododendronblüte wahre Farbsymphonien, wie auch im Herbst, wenn sich das Laub färbt. Bis 1893 galt das Schloss Lütetsburg als die "Schatzkammer" Ostfrieslands.
       
Seit Jahrhunderten prägen Windmühlen das Gesicht der Landschaft. Die niederländischen Nachbarn haben an der Konstruktion der ostfriesischen Mühlen kräftig mitgewirkt.
       
Ca. 6 Stunden hebt sich und sechs Stunden senkt sich der Ozean, gesteuert vom Zusammenspiel des Mondes, der Sonne und der Erdumdrehung, im ewigen Rhythmus der Gezeiten, von Ebbe und Flut.
       
Nur in dieser weiten Ebene, flach wie ein Teller, konnte eines der ältesten Wurfspiele der Ostfriesen, das Boßeln, das Werfen mit einer Holz- oder Hartgummikugel auf verkehrsarmen Landstraßen entstehen.
 
Diekenshoff (Stand 2008)
 
Wir verbrachten seit 1988 die meisten Jahre unseren Urlaub auf dem über 200 Jahre alten "Diekenshof" in der Gemeinde Wirdum (zwischen Emden und Norden).
 
Der Hof wird bereits in der 6. Generation seit über 40 Jahren von Rolf Dieken und Ehefrau Elsbeth bewirtschaftet. Über Jahrzehnte war der Diekenshof ein nahezu reiner Ackerbaubetrieb.
 
 
Mitte der 80er Jahre erweiterte Dieken den Betrieb und stellte die Haltung von Geflügel und Rindern in den Vordergrund. Grund waren die drastisch gesunkenen Getreidepreise innerhalb der EU. Dabei wird vor allem Wert auf die ökologische Erzeugung von Fleisch und Eiern gelegt.
 
Seit mehr als zwanzig Jahren laufen etwa 6000 Hühner frei auf dem Hofgelände. Die Erzeugnisse gehen direkt in die Supermärkte der näheren Region, an Hotels auf den ostfriesischen Inseln oder Gaststätten. Aus ethischen Gründen wird jede Form der Massentierhaltung abgelehnt. Auf diese Weise fallen auch die Nebenprodukte Rindermist und Hühnerkot nur in geringem Umfang an. Diese fließen dann als wertvoller organischer Dünger in den Ackerbau zurück.
 
 
Tochter Antje als gelernte Betriebswirtin hat vor einigen Jahren die Leitung des Betriebes übernommen.
 
Der Kundenstamm hat sich inzwischen auf ca. vierhundert erweitert - in kurzer Zeit verdoppelt. Zur festen Einrichtung gehört immer mehr der "Tag des offenen Hofes", den über 3000 Besucher wahrnehmen.
 
Doch gewöhnlich ist es sehr ruhig auf der "Insel im Kornfeld", mal abgesehen vom Rauschen des Windes in altem Baumbestand. Das ca. 100 Meter entfernte große Windkraftwerk wird fast ganz davon verborgen und fügt dem gleichförmigen Fließen eine rhythmische Komponente hinzu.
 
In diesem Jahr 2008 verbrachten wir bereits im April/Mai schöne Tage in der Krummhörn im Ortsteil "Greetsiel". Im Oktober wollen wir wieder dorthin. Die Krummhörn gehört zu den schönsten Gegenden Niedersachsens. Wen wundert es da, dass wir ohne ein Jahr auszulassen zum einundzwanzigsten Mal in 20 Jahren erneut dort oben in Ostfriesland weilten?
 
 
Die Juister Fassung des Kirchenliedes "Wie mit grimmgem Unverstand":
 
 
Wie mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen!
Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen!
 
Einer ist´s, der in der Nacht, einer ist´s, der uns bewacht:
Christ Kyrie, du wandelst auf der See.
 
Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden!
Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden?
 
Keine Hilf´, als bei dem Herrn, er ist unser Morgenstern:
Christ Kyrie, erschein uns auf der See!
 
Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen,
lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen.
 
Lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund:
Christ Kyrie, ja, dir gehorcht die See!
 
Einst, in meiner letzten Not, lass mich nicht versinken!
Sollt ich von dem bittern Tod Well´auf Welle trinken,
reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand.
Christ Kyrie, komm zu uns auf die See!
 
 
In einem Fenster der Juister Evangelisch-Lutherischen Kirche hat jenes Lied einen Platz gefunden, dass die Juister traditionell am frühen Silvesterabend in der Inselkirche anstimmen.
 
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